Bunt und hipp statt grau und öde – Seit 2009 hat Schleswig-Holstein Netz im Rahmen des Projekts „SH Netz Kreativ.Station“ bereits mehrere hundert Ortsnetzstationen in Unikate verwandelt und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Das Besondere: Die Kunst kommt aus der Spraydose, ist optisch ansprechend an die örtlichen Gegebenheiten angepasst und wird im Vorfeld mit der Gemeinde abgestimmt. Für die Gestaltung beauftragt Schleswig-Holstein Netz meistens die Street-Artists von ART-EFX aus Potsdam. Die Künstler sind auf Fassadenkunst spezialisiert. Etwa zwei Anlagen schaffen die Sprayer pro Tag. Dafür muss es allerdings trocken sein und mehr als 5 Grad Celsius haben. Sonst fliegt die Farbe nicht richtig.
Im Rahmen von „SH Netz Kreativ.Station“ sind in den vergangenen Jahren auch soziale Kooperationen entstanden: So haben beispielsweise Grundschüler aus Fleckeby im Kreis Rendsburg-Eckernförde gemeinsam mit Flüchtlingen ein Kunstwerk geschaffen. In Neudorf-Bornstein durften Kinder der Initiative „Kinder und Jugendliche“ im Alter von sieben bis 15 Jahren die Künstler bei ihrer Arbeit unterstützen. Schließlich lieferten Schülerinnen des Emil-von-Behring-Gymnasiums in Großhansdorf im Rahmen eines Schülerwettbewerbes die Vorlage für die Umgestaltung der örtlichen Netzstation. Mehr als 64 Entwürfe wurden eingereicht.

Was ist eigentlich eine Ortsnetzstation?

Ortsnetzstationen sind kompakte, etwa garagengroße Blöcke, die Strom aus dem Mittelspannungsnetz von 10 bis 36 kV auf für den Endverbraucher nutzbare 400 beziehungsweise 230 Volt umwandeln. Ortsnetzstationen gibt es auch beim Gasnetz. Das Prinzip ist das gleiche: Dort wird Gas von Hochdruck auf Mittel- und Niederdruck reguliert. Funktional-unspektakulär fristen die grau-grünen Kästen normalerweise ihr Dasein. SH Netz Kreativ.Station verleiht Ortsnetzstationen neben ihrem funktionalen auch einen künstlerischen Mehrwert.