Wahl der Veräußerungsform nach § 20 EEG 2014 sowie § 4 KWKG 2016

Mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die zum 1. August 2014 in Kraft trat, gibt es neue Formen der Direktvermarktung für Anlagenbetreiber/-innen. Damit ist die Direktvermarktungsform zum Zwecke der Verringerung der EEG-Umlage (Grünstromprivileg) entfallen.

Die folgenden Veräußerungsformen sind nach § 20 EEG 2014 möglich:

1. Einspeisevergütung nach § 37 EEG 2014 (für Anlagen ohne verpflichtende Direktvermarktung)

2. Einspeisevergütung nach § 38 EEG 2014 (für Anlagen mit verpflichtender Direktvermarktung)

3. geförderte Direktvermarktung (§ 20, Abs. 1, Nr. 1 EEG 2014 in Verbindung mit § 34 ff. EEG 2014)

4. sonstige Direktvermarktung (§ 20, Abs. 1, Nr. 2 EEG 2014)

Sobald sich die EEG-Anlage in einer der beiden Formen der Direktvermarktung nach § 20, Abs. 1, Nr. 1 oder 2 EEG 2014 befindet, ist sie grundsätzlich für den Erhalt der Flexibilitätsprämie nach § 54 EEG 2014 berechtigt. Eine weitere Voraussetzung dazu ist „die Bereitstellung zusätzlich installierter Leistung für eine bedarfsorientierte Stromerzeugung“. Für die Anmeldung füllen sie bitte folgendes Formular aus:

Anmeldung zur Flexibilitätsprämie

Mit der Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG), die zum 1. Januar 2016 in Kraft trat, wurde eine verpflichtende Direktvermarktung für KWK-Anlagen mit einer installierten Leistung >100 kWel eingeführt.

Die folgenden Veräußerungsformen sind für den eingespeisten Strom nach § 4 KWKG möglich:

1. Für neue, modernisierte und nachgerüstete KWK-Anlagen >100 kWel

a) Direktvermarktung nach § 4 Abs. 1 1. Var. KWKG 2016

2. Für neue, modernisierte und nachgerüstete KWK-Anlagen ≤100 kWel

a) Direktvermarktung nach § 4 Abs. 2 1. Var. KWKG 2016

b) kaufmännische Abnahme durch Netzbetreiber § 4 Abs. 2 3. Var. KWKG 2016

Der Selbstverbrauch der erzeugten Elektrizität ist in jedem Fall möglich. Sowohl für KWK-Anlagen >100 kWel (§ 4 Abs. 1 2. Var. KWKG 2016) als auch für KWK-Anlagen ≤100kWel (§ 4 Abs. 2 2. Var. KWKG 2016) wird für den selbstverbrauchten Strom in Abhängigkeit der Anlagengröße zusätzlich ein Zuschlag gezahlt.

Bei der kaufmännischen Abnahme nach § 4 Abs. 2 3. Var. KWKG 2016 kann erstmalig eine kaufmännisch-bilanzielle Weitergabe genutzt werden.

Am 29. Januar 2015 wurden die “Marktprozesse für Erzeugungsanlagen (Strom)“ (Az.: BK6-14-110) durch die Bundesnetzagentur veröffentlicht und ersetzen die bis dahin bestehenden Marktprozesse der Festlegung BK6-12-153:

Link zur Festlegung "BK6-14-110" der Bundesnetzagentur

Der Anmeldeprozess sieht vor, dass seit dem 01.10.2013 die Einspeisermeldungen an unsere EDIFACT-Kommunikationsadresse SHNG-VNB-BIS-Prod@sh-netz.com zu senden sind.

Sollten Sie noch keine aktualisierten Stammdaten besitzen, so bitten wir Sie, diese durch eine sogenannte ORDERS-Anfrage ab dem 01.10.2013 über die auf unserem Kommunikationsdatenblatt genannte EDIFACT-Adresse abzufragen.

Kommunikationsdatenblatt (PDF, 57,23 KB)

Gemäß dem Beschluss BK6-14-110 haben Anlagenbetreiber/Lieferanten weiterhin die Möglichkeit, die Rückzuordnung der Einspeisestellen in die gesetzliche Förderung des EEG/KWKG, den kurzfristen Lieferantenwechsel, den Wechsel in und aus der Vergütung in Ausnahmefällen (§38 EEG 2014) sowie der erstmaligen Anmeldung mit Inbetriebnahme anhand dem nebenstehenden Formular " Anlage 2 des Beschlusses" durchzuführen.

Dazu lassen Sie uns bitte das ausgefüllte Formular per Email an das Postfach direktvermarktung@sh-netz.com zukommen.

Formular (gültig ab 01.10.2015): Anmeldung von Bilanzkreiswechseln/ Erstzuordnung von Neuanlagen/Rückzuordnung von Anlagen

Die Regelungen zur Managementprämienverordnung werden ab dem 1. August 2014 durch das EEG 2014 §§ 35 und 36 abgelöst. Die darin beschriebene Fernsteuerbarkeit durch Dritte ist demnach eine Voraussetzung zur Inanspruchnahme der Marktprämie für alle Anlagen.Entsprechend der Übergangsregelung nach § 100 Abs. 1, Nr. 5 in Verbindung mit den Übergangsregelungen aus Nr. 8 ergibt sich eine Übergangsfrist zur Umrüstung der Anlagen bis zum 1. April 2015.

Die Fernsteuerbarkeit nach § 36 EEG 2014 ist für Neuanlagen bis zum zweiten Monat nach Inbetriebnahme der Anlage zu erfüllen (§ 35 EEG 2014).

Für den erforderlichen Nachweis stellen wir ein standardisiertes Formular "Erklärung zur Fernsteuerbarkeit nach §36 EEG 2014 zur Erfüllung der Voraussetzung für den Anspruch auf Zahlung der Marktprämie (§§ 34, 35 EEG 2014)" zur Verfügung.

Erklärung zur Fernsteuerbarkeit nach § 36 EEG 2014 (PDF, 196,43 KB)

Zusatzblatt Erklärung zur Fernsteuerbarkeit bei mehreren Anlagen (PDF, 127,36 KB)

Bitte prüfen Sie vor (!) der Anmeldung zur Direktvermarktung, ob folgende 
Punkte erfüllt werden:   

  • Die Anlage ist mit einer technischen Einrichtung im Sinne des § 9 Abs. 1 Nr. 1 und 2 (EEG 2014) ausgestattet, mit der der Netzbetreiber jederzeit
  1. die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann und 
  2. die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen kann.
  • Ihr Kontaktdatenblatt mit edifact-Adresse für die 1:1 Marktkommunikation liegt der Anmeldung bei.
  • Die Zuordnungsermächtigung für den angegebenen Bilanzkreis ist vorhanden und liegt der Anmeldung bei (falls erforderlich)

Sollten Sie allgemeine Fragen zur Direktvermarktung, Fragen zur Abrechnung oder Fragen zur korrekten Anmeldung Ihrer Anlage haben, kontaktieren Sie uns bitte über die seitlich genannten Kontaktdaten.

Sofern bei einer KWKG-Anlage >50 kWel die Zuschlagszahlung gem. § 4 Abs. 3 KWKG 2016 ausgelaufen ist, entfällt bei dieser Anlagen die Abnahmepflicht des eingespeisten Stroms seitens des Netzbetreibers (§ 4 Abs. 2 S. 3 KWK 2016). Der Anlagenbetreiber hat somit lediglich einen Anspruch auf die physische Aufnahme des Stroms sowie den vorrangigen Netzzugang durch den Netzbetreiber. 

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der eingespeiste Strom von einem Händler kaufmännisch abgenommen wird. Die Benennung eines aufnehmenden Händlerbilanzkreises ist damit für solche Anlagen verpflichtend (§ 4 Abs. 3 StromNZV).

Sofern Sie als Anlagenbetreiber dieser Pflicht nicht nachkommen und ohne Rechtsgrundlage Strom in das Netz der Avacon AG einspeisen, drohen Ihnen der Entzug des Netzzugangs und damit eine physische Trennung Ihrer Anlage von dem Netz der Avacon AG.