Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein und Deutschland schreitet weiter voran. In der Stromerzeugung hat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einen großen Anteil an dieser Entwicklung. Der massive Anstieg der EEG-Umlage in den vergangenen Jahren hat allerdings vielfältige Diskussionen um die weitere Entwicklung des EEG ausgelöst. Für Schleswig-Holstein ist diese Diskussion besonders wichtig. Einerseits ist das nördlichste Bundesland ein besonders geeigneter Standort für die Erzeugung von grüner Energie und profitiert damit erheblich von dem Boom bei den Erneuerbaren. Andererseits sind mit dem EEG-Ausbau auch Lasten für Land und Leute verbunden, die es zu minimieren gilt.

Die Schleswig-Holstein Netz AG hat in den letzten Jahrzehnten tausende EEG-Anlagen an ihr  Netz angeschlossen und dieses mit Millioneninvestitionen stetig aus- und umgebaut. Gleichzeitig haben wir eine Vielzahl Forschungsprojekte zur Unterstützung der Energiewende angestoßen und uns aktiv in die politische Diskussion eingebracht.  Netzausbau und  Netzbetrieb sind nach unserer festen Überzeugung wesentliche Schlüsselfaktoren zum Gelingen der Energiewende in Schleswig-Holstein und in Deutschland.

Als Partner der Energiewende unterstützen wir daher in enger Zusammenarbeit mit unseren kommunalen Partnern den eingeschlagenen Weg zum Umbau der Energieversorgung nach Kräften – im Interesse unseres Landes und der Menschen hier vor Ort.

VergrößernDie Schleswig-Holstein Netz AG betreibt in rund 1.000 Gemeinden mehr als 50.000 Kilometer Mittel- und Niederspannungsnetze sowie 15.000 Kilometer Gas- und 7.500 Kilometer Kommunikationsnetze. Als verlässlicher Partner für die schleswig-holsteinischen Kommunen wurde ihr im Jahr 2013 bereits zum zweiten Mal durch die staatliche Bundesnetzagentur ein Effizienzwert von 100 Prozent bescheinigt. Zudem hat sie eine Auszeichnung für ihre geringen Ausfallraten bei der Stromversorgung erhalten. Seit dem 1. Juli 2014 ist die Schleswig-Holstein Netz AG auch für den Betrieb des 110.000-Volt-Hochspannungsnetzes in Schleswig-Holstein zuständig.

VergrößernDer Boom bei den erneuerbaren Energien setzt sich weiter fort. Die Schleswig-Holstein Netz AG hat vor diesem Hintergrund im Jahr 2013 bei Gesamtinvestitionen und Instandhaltungskosten in Höhe von 108 Millionen Euro rund 36 Millionen allein in den Anschluss von Windkraft- oder Photovoltaikanlagen sowie Biomassekraftwerke investiert. Konkret wurde dieses Geld eingesetzt, um mehr als 2.800 EEG-Anlagen an die bestehenden Netze anzuschließen, neue  Mittel- und Niederspannungsleitungen zu verlegen und Umspannwerke mit neuen Transformatoren aufzurüsten. Mit diesen Maßnahmen ist es gelungen, erstmals seit Beginn des Booms bei erneuerbaren Energien mehr  Trafo- als EEG-Leistung neu zu installieren. Damit sind rund 80 Prozent aller EEG-Anlagen in Schleswig-Holstein an das Netz der Schleswig-Holstein Netz AG angeschlossen, die an die entsprechenden Einspeiser circa 1,1 Milliarden Euro Vergütung für die Einspeisung von EEG-Strom ausgezahlt hat.

Für 2014 sind Investitionen in Höhe von rund 40 Millionen Euro vorgesehen, um erneuerbare Energien ans Netz anzuschließen, bei Gesamtinvestionen von rund 115 Millionen Euro. Insgesamt plant die Schleswig-Holstein Netz AG bis 2016 den Ausbau von 73 Umspannwerken zur besseren Aufnahme erneuerbarer Energien – hierbei werden zumeist zusätzliche Transformatoren aufgestellt oder gegen leistungsstärkere getauscht. Außerdem wird das Unternehmen in den nächsten Jahren 13 Umspannwerke komplett neu bauen, um den im Land produzierten Strom abzutransportieren.

VergrößernFür die Netzkunden der Schleswig-Holstein Netz AG stammt rein physikalisch der bezogene Strom zu 84 Prozent aus erneuerbaren Energien. Der Grund dafür liegt an den vielen Windkraft- und  Photovoltaikanlagen, die ihren Strom in unser Netz einspeisen. Rein physikalisch wird ein Großteil dieses Stroms auch hier in der Region verbraucht. Da aber Wind und Sonne manchmal gar nicht und an anderen Tagen im Überfluss zur Verfügung stehen, kann eine sichere Stromversorgung nur mit Hilfe andere Kraftwerke sichergestellt werden, die bei Bedarf herauf- oder heruntergefahren werden. Um diesen dringend notwendigen Ausgleich zwischen Stromproduktion und -verbrauch und damit die Versorgung der Menschen in unserem Land jederzeit sicherzustellen, ist ein stabiler, innovativer und effizienter Stromnetzbetrieb nötiger denn je. Genau dafür sorgen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schleswig-Holstein Netz AG rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr. 

VergrößernDie Schleswig-Holstein Netz AG hat über 32.000 Anlagen an ihr Netz angeschlossen, die regenerativen Strom mittels Wind, Sonne oder Biomasse produzieren. Damit sammeln wir über 80 Prozent des in Schleswig-Holstein erzeugten Grünstroms mit unserem Netz ein. Insgesamt erzeugen über 31.000 Photovoltaikanlagen in Schleswig-Holstein circa 10 Prozent des grünen Stroms, während auf die 2.275 Windkraftanlagen rund 66 Prozent des hier erzeugten EEG-Stroms fällt. Auf Basis von Biomasse wird zwar nur in 775 Anlagen Strom erzeugt, diese Anlagen können aber aufgrund ihrer hohen Verfügbarkeit und Auslastung mehr als 24 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugen.  

Neben der reinen Anlagenzahl sind die installierte Leistung sowie der Umfang der Stromerzeugung maßgebliche Kenngrößen bei den erneuerbaren Energien. Bisweilen werden allerdings die Begriffe installierte Leistung  und Stromerzeugung (elektrische Arbeit) miteinander vermischt. Wichtig ist daher zu wissen, dass die installierte Leistung nur das mögliche Potenzial einer Anlage beschreibt und bei den erneuerbaren Energien nicht erreicht wird – denn Wind und Sonne stehen bekanntlich nicht immer zur Erzeugung des Stroms Verfügung. Die Stromerzeugung (elektrische Arbeit) beschreibt hingegen, wie viel Strom von der entsprechenden Anlage ins jeweilige Netz eingespeist wurde. Eine hohe installierte Leistung bedeutet daher nicht zwangsläufig eine hohe Stromerzeugung, denn eine kleine Anlage, die dauerhaft nahe ihrer maximalen – installierten – Leistung  betrieben wird, kann innerhalb eines Jahres mehr Strom erzeugen als eine große Anlage, die nur phasenweise ihre maximale Leistung erreicht oder vorübergehend gar keinen Strom erzeugt.

Zum Gelingen der Energiewende investiert die Schleswig-Holstein Netz AG kontinuierlich in den Anschluss erneuerbarer Energien. So werden im Jahr 2014 rund 40 Millionen Euro allein in diesen Bereich investiert. Im Jahr 2013 flossen bereits rund 36 Millionen in den Anschluss von Windkraft- oder Photovoltaikanlagen sowie Biomassekraftwerke. Zudem werden bis zum Jahr 2016 insgesamt 73 Umspannwerke aus- und 13 komplett neu gebaut.
In ganz Schleswig-Holstein speisen derzeit mehr als 31.000 regenerative Erzeugungsanlagen mit zusammen mehr als 4.400 Megawatt Leistung grünen Strom in das Netz der Schleswig-Holstein Netz AG ein.

VergrößernDie Schleswig-Holstein Netz AG nimmt erneuerbarer Energien nicht ins Strom-, sondern auch ins Gasnetz auf. Selbst betreibt die Schleswig-Holstein Netz AG keine Biogasanlagen, hat jedoch bereits vier Einspeiseanlagen errichtet, mit denen das von Dritten erzeugte Bio-Erdgas direkt ins Erdgasnetz einspeist wird. Für zwei weitere Anlagen haben die Planungen begonnen. Zuvor wurde das Biogas vorwiegend in ortsnahen Blockheizkraftwerken eingesetzt, die damit Strom und Wärme erzeugen. Durch die direkte Einspeisung in das Erdgasnetz kann das Bio-Erdgas nun in ganz Schleswig-Holstein verteilt und genutzt werden. Mit den vier Anlagen können jährlich bis zu 8.800 Vier-Personen-Haushalte mit Bio-Erdgas versorgt werden.
Die Einspeiseanlagen stehen unter anderem in Osterby sowie in Lanken.

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Mit einem speziellen Online-Portal ermöglicht die Schleswig-Holstein Netz AG den Bürgern, sich detailliert über den Stand des Netzausbaus in Schleswig-Holstein zu informieren, Netzengpässe frühzeitig zu erkennen und den regionalen Netzausbaubedarf konkret nachzuvollziehen. Derzeit rechnen die Netzbetreiber mit rund 3.500 Megawatt zusätzlicher Leistung und mehr als 1.000 neuen Windkraftanlagen, die nach der Ausweisung neuer Windeignungsflächen in Schleswig-Holstein in den nächsten Jahren ans Stromnetz anzuschließen sind. Daher wird insbesondere für die Planer und Betreiber dieser Anlagen, aber auch für Kommunalpolitiker und die Verwaltung das neue Online-Kataster eine wichtige Informationsquelle darstellen. Mehr