Für die Energiewende in Nordfriesland und Schleswig-Flensburg

14 Millionen Euro hat Schleswig-Holstein Netz in die Aufnahme von Windenergie in Nordfriesland investiert. Hierzu wurde eines der modernsten und leistungsfähigsten Erdkabel zwischen den Umspannwerken Jardelund und Weesby verlegt. Das Kabel hat eine Transportkapazität von rund 200 Megawatt – das reicht aus, um den Strom von 100 Windrädern zu übertragen. Da der Kreis Nordfriesland Spitzenreiter bei der Einspeisung regenerativ erzeugten Stroms in Schleswig-Holstein ist, war dieses Bauprojekt ein wichtiger Schritt für die Energiewende.

Innerhalb von vier Monaten wurden im Jahr 2014 insgesamt sechs Kilometer Erdkabel verlegt. Hierfür wurde zunächst der Mutterboden abgetragen und bis zur Wiederverfüllung gesondert neben der Baustelle gelagert. Die Maßnahme erfolgte in Abstimmung mit den ansässigen Landwirten, sodass diese erst ihre Felder abernten konnten. Anschließend wurde zum Schutz der Böden aus speziellen Matten eine Baustraße errichtet, da die Böden nicht für die Lasten von Baumaschinen ausgelegt waren.

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Vom Umspannwerk Weesby aus hoben die Techniker einen 1,75 Meter tiefen Graben aus. Hierin wurden Leerrohre verlegt und verschweißt, der Boden anschließend wieder verfüllt und somit der Ursprungszustand der Oberflächen wieder hergestellt. Das tonnenschwere Erdkabel wurde Kilometer für Kilometer in die Rohre eingezogen und anschließend mit Muffen miteinander verbunden. Für den Einzug der Kabel nutzen die Technik-Experten ein Drahtseil, das durch das Leerrohr mit Luftdruck geschossen wurde. Danach zog auf der anderen Seite des Rohres eine Winde das Drahtsteil mit dem Kabel ein. Zuletzt erfolgte der Anschluss an die beiden Umspannwerke, damit der Strom zwischen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland fließen kann.

Um die Auswirkungen für Flora und Fauna so gering wie möglich zu halten sowie die Ertragskraft der Böden wiederherzustellen, erfolgte die Baumaßnahme unter ökologischer und bodenkundlicher Begleitung.