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Planfeststellungsbeschluss für 110-kV-Freileitung Heide – Heide/West – Strübbel erlassen

07.02.2018

SH Netz investiert 175 Millionen Euro in Netzausbau für die Energiewende bis 2020

Das Amt für Planfeststellung Energie hat heute den Planfeststellungsbeschluss für die 110-kV-Freileitung Heide – Heide/West – Strübbel erteilt. Damit ist das Vorhaben von Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) für zulässig erklärt und die Weichen für den Beginn der Bauarbeiten gestellt.

Während der gesamten Genehmigungsphase hat SH Netz mehrere Dialogveranstaltungen in der Region angeboten und die Planung detailliert vorgestellt. „Wir haben viele Hinweise aus der Bevölkerung aufgenommen, die wir in der Planung umgesetzt haben“, sagte Steffen Kupke, der für die Genehmigung zuständige Projektleiter.

Dieses Leitungsbauvorhaben ist notwendig geworden, weil im Kreis Dithmarschen mehr Windenergie produziert wird, als das bestehende Leitungsnetz aufnehmen kann. Die etwa 30 Kilometer lange Freileitung im Kreis Dithmarschen ersetzt die Bestandsfreileitung und sorgt dafür, dass zukünftig mehr im Norden produzierte Windenergie übertragen werden kann. Der regional erzeugte Strom wird anschließend über das im Bau befindliche Umspannwerk (UW) Heide/West in das überregionale Übertragungsnetz eingespeist.

„Bei diesem Ersatzneubau wird die neue, leistungsfähigere Freileitung standortgleich errichtet, auch die 76 Strommasten bleiben größtenteils an ihren bisherigen Standorten“, erklärte Steffen Kupke. Die ersten Bauvorbereitungen können - in Abhängigkeit von den Wetterverhältnissen - im Frühjahr 2018 beginnen.

Rund 175 Millionen Euro Investition in Netzausbau für die Energiewende
Für die Energiewende investiert SH Netz in den nächsten drei Jahren rund 175 Millionen Euro in den Ausbau des Hochspannungsnetzes (110 kV) in Schleswig-Holstein. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren über 90 Prozent der Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein an seine Netze angeschlossen. Um den regenerativ erzeugten Strom aus dem nördlichsten Bundesland in die Verbrauchsschwerpunkte in Richtung Süden zu transportieren, sind in enger Abstimmung mit den Netzausbauprojekten des Höchstspannungsnetzbetreibers (380 kV) TenneT auch mehrere Projekte im Hochspannungsnetz von SH Netz erforderlich.

Die größten Bauprojekte innerhalb der nächsten drei Jahre sind:

•    Ersatzneubau 110-kV-Freileitung Heide – Heide/West - Strübbel
SH Netz wird die 110-kV-Freileitung zwischen den Umspannwerken Heide, Heide/West, Wöhrden, Reinsbüttel und Strübbel im Kreis Dithmarschen ersetzen. Die neue etwa 30 Kilometer lange, leistungsstärkere 110-kV-Freileitung wird im Bereich der vorhandenen Trasse verlaufen, nahezu alle 76 Maste werden standortgleich ersetzt. Das Amt für Planfeststellung Energie hat heute den Planfeststellungsbeschluss, d.h. die Genehmigung zum Bau, erteilt.
Bauzeit: voraussichtlich 2018 - 2020
Projektsumme: rund 20 Millionen Euro

•    Ersatzneubau 110-kV-Freileitung Marne/West - Süderdonn
SH Netz ersetzt zurzeit die Hochspannungs-Freileitung zwischen den Umspannwerken Marne/West und Süderdonn im Kreis Dithmarschen durch eine leistungsstärkere 110-kV-Freileitung. Seit Sommer 2016 befindet sich die etwa neun Kilometer lange Freileitung im Bau. Es handelt sich um einen Ersatzneubau, d.h. dass der Trassenverlauf und die 28 Maststandorte größtenteils unverändert bleiben.
Bauzeit: voraussichtlich 2016 - 2018
Projektsumme: rund 13 Millionen Euro

•    Westküstenleitung

An der Westküste plant und baut der Übertragungsnetzbetreiber TenneT eine rund 140 Kilometer lange Höchstspannungs-Freileitung. Auf knapp 100 Kilometern wird die Westküstenleitung als Höchst- und Hochspannungs-Gemeinschafts¬leitung (Gemeinschaftsmaste) ausgeführt. Der erste Bauabschnitt zwischen Brunsbüttel und Süderdonn ist in Betrieb. Der zweite Bauabschnitt zwischen Süderdonn und Heide/West befindet sich derzeit im Bau. Die neuen Umspannwerke (UW) Süderdonn, Heide/West, Husum/Nord und Klixbüll/Süd bilden die Endpunkte der einzelnen Bauabschnitte. Sie sind wichtige Netzknotenpunkte, die die Verbindung zwischen Hoch- und Höchstspannungsnetz darstellen.
Bauzeit: voraussichtlich 2016 - 2020
Projektsumme: rund 65 Millionen Euro für die Leitung plus 28 Millionen Euro für die vier Umspannwerke

•    Neubau 110-kV-Erdkabel Süderbrarup-Sterup
Um mehr regenerativ erzeugten Strom in der Region rund um Sterup und Süderbrarup aufnehmen und weitere EEG-Anlagen ans Netz anschließen zu können, steigert SH Netz die Leistung ihres Verteilnetzes dort von 60 kV auf 110 kV. Dazu gehört der Neubau eines 110-kV-Erdkabels vom Umspannwerk Süderbrarup zur bestehenden 110-kV-Freileitung Weding-Ellenberg auf Höhe der Gemeinde Sterup. Um die (n-1)-Sicherheit von Süderbrarup zu gewährleisten, wird das Kabel als Doppelsystem ausgeführt werden. Im Hinblick auf das Landschaftsbild und den Naturschutz ist besonders hervorzuheben, dass SH Netz anschließend die 60-kV-Freileitung über die Schlei zurückbauen wird.
Bauzeit: voraussichtlich 2018 - 2019
Projektsumme: rund 9 Millionen Euro

•    Netzausbau zwischen UW Flensburg und UW Handewitt

Im Zuge der Verstärkung der sogenannten Mittelachse von TenneT zwischen Audorf und Handewitt errichten TenneT und SH Netz das Umspannwerk Handewitt als neuen Netzknoten zwischen Hoch- und Höchstspannungsnetz. Infolgedessen wird SH Netz auf der Hochspannungsebene neben dem Neubau von 110-kV-Schaltanlagen im UW Handewitt auch Umbaumaßnahmen am bestehenden UW Flensburg sowie Leitungsbaumaßnahmen zwischen den beiden Standorten durchführen. SH Netz befindet sich hierzu noch in der Feinplanung.
Bauzeit: voraussichtlich 2019 - 2020
Projektsumme: rund 22,5 Millionen Euro

Neben den genannten Leitungsbauprojekten wird SH Netz in den nächsten drei Jahren auch weiter in die Modernisierung ihrer technischen Anlagen in unter anderem den Umspannwerken Ellenberg, Niendorf, Ostermoor/Ost und Pinneberg/Mitte investieren. Dabei werden auch die gestiegenen Leistungsanforderungen durch mehr Einspeisung von regenerativ erzeugtem Strom berücksichtigt.  

Darüber hinaus wird SH Netz in den nächsten drei Jahren rund 15 Millionen Euro in die Inspektion, Wartung und Instandsetzung des 110-kV-Hochspannungsnetzes in Schleswig-Holstein investieren. Das umfasst im Wesentlichen die Zustandserfassung mit Thermografiemessungen, die jährliche Begehung und Befliegung von ausgewählten Freileitungstrassen, die Sanierung von Isolatoren, Armaturen, Seilen und Fundamenten sowie die Erneuerung des Korrosionsschutzanstrichs der Masten.

Grundsätzlich wendet Schleswig-Holstein Netz bei allen Netzmaßnahmen das sogenannte NOVA-Prinzip an. Das bedeutet: Netzoptimierung vor Netzverstärkung vor Netzausbau. Im Zuge der Netzoptimierung hat SH Netz beispielsweise bereits 2006 den witterungsgeführten Freileitungsbetrieb (Freileitungsmonitoring) eingeführt, mit dem das Unternehmen in Starkwindzeiten durch die kühlende Wirkung des Windes zusätzlichen Strom über die Hochspannungsleitungen abtransportieren kann. Durch den Einsatz der in Deutschland einzigartigen Smart-Grid-Technologie Auslastungsmonitoring konnten ab 2012 an besonderen Stellen im Hochspannungsnetz weitere temporäre Reserven der Stromübertragung genutzt werden.

Weitere Informationen zu den Netzbauprojekten im Hochspannungsnetz finden Sie auf der Homepage von SH Netz unter www.sh-netz.com/netzausbau