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Umfrage: Schleswig-Holsteiner befürchten, dass der Klimaschutz wegen Corona vernachlässigt wird

Bürger sehen Wirtschaft, Politik und Kommunen in der Pflicht, mehr für den Klimaschutz zu tun - Umfragen von Appinio und forsa.

Wie bewerten die Norddeutschen das Thema Klimaschutz und Corona? Das hat das Meinungsforschungsinstitut Appinio im Auftrag von HanseWerk unter 1.000 Menschen aus Schleswig-Holstein, 500 aus Hamburg und 500 aus Mecklenburg-Vorpommern ermittelt. Danach sagen rund 75 Prozent der Norddeutschen (Schleswig-Holstein SH: 76 Prozent), dass die Corona-Krise einen positiven Einfluss auf den Klimaschutz hat. 15 Prozent (SH: 14 Prozent) sehen keinen Einfluss und elf Prozent (SH: 10 Prozent) vermuten, dass sich die Corona-Krise negativ auf das Thema Klimaschutz auswirkt.

Gleichzeitig befürchten 64 Prozent der Norddeutschen (SH: 63 Prozent), dass der Klimaschutz wegen der Corona-Krise von den Verantwortlichen vernachlässigt wird. Auch hat die Corona-Krise laut den Forschungsergebnissen das Thema Klimaschutz bei den Norddeutschen nicht aus dem Bewusstsein verdrängt: Rund 64 Prozent (SH: 64 Prozent) sagen, dass sie trotz Corona bei ihrem persönlichen Verhalten gleichviel wie bisher auf den Klimaschutz achten. 25 Prozent (SH: 24 Prozent) achten sogar mehr beim täglichen Verhalten auf den Klimaschutz als bisher.

„Die Menschen im Norden befürchten, dass der Klimaschutz durch Corona vernachlässigt wird. Das darf nicht geschehen.“, betont Matthias Boxberger, Vorstandsvorsitzender der HanseWerk-Unternehmensgruppe, die ihr Klimaschutzportfolio deutlich ausbaut und ihren kompletten Geschäftsbetrieb bis 2030 klimaneutral stellen will. „Die Umfrageergebnisse bestärken uns in unserem Entschluss, ergänzend zu unseren eigenen Klimaschutzanstrengungen auch das bestehende Angebot an Klimaschutzprodukten für Kommunen, Unternehmen und Privatkunden deutlich zu erweitern“, so Boxberger weiter.

Forsa-Umfrage: Bürger in Schleswig-Holstein fordern mehr Klimaschutz


Bereits Ende 2019 hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Schleswig-Holstein Netz insgesamt 1.005 Frauen und Männer im Alter von 18 bis über 60 Jahren in Schleswig-Holstein über ihre Meinung zum Klimaschutz befragt.

Fast allen Befragen ist es sehr wichtig bzw. eher wichtig ist, dass sich die Bundesregierung (93 %), die Landesregierung in Schleswig-Holstein (93%) bzw. die Stadt oder Gemeinde (88 %) aktiv für den Klimaschutz einsetzen. Jeweils nur eine Minderheit der Befragten meint allerdings, dass die Wirtschaft in Schleswig-Holstein (9 %), die Landesregierung Schleswig-Holstein (14 %) bzw. die eigene Stadt oder Gemeinde (17 %) sich alles in allem genug für den Klimaschutz einsetzen. Im Gegenzug fordern die Bürger, dass die Verantwortlichen mehr tun müssten: Dass die Wirtschaft in Schleswig-Holstein sich mehr für den Klimaschutz engagieren sollte, meinen etwa zwei Fünftel (81 %) der Befragten, etwas mehr als drei Viertel sehen die Landesregierung in Schleswig-Holstein (77 %) beziehungsweise die eigene Stadt oder Gemeinde (75 %) in der Pflicht.

30 Prozent der Befragten geben an, dass in ihrer Stadt oder Gemeinde bereits Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt wurden. Etwas mehr Befragte (34 %) sagen, dass dies in ihrer Stadt oder Gemeinde bisher noch nicht der Fall war. 36 Prozent der Befragten können zu dieser Frage keine Angaben machen.

Am häufigsten (84 %) wird von den Befragten dem Ausbau der erneuerbaren Energien ein sehr bzw. eher großer Effekt auf den Klimaschutz zugesprochen. Jeweils etwa drei Viertel der Befragten meinen, dass der Ausstieg aus der Kohleverstromung (77 %), die zunehmende Nutzung von Wasserstoff als Energiequelle (73°%), die Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs (72 %) oder die Förderung nachhaltiger Bewirtschaftung von Wäldern (72 %) einen großen Effekt auf die Einsparung von Treibhausgasen hat.

Mit Blick auf die von Kommunen bereits ergriffenen Maßnahmen wird am häufigsten der Ausbau von Fahrradwegen (20 %) gefolgt von der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED (13%) genannt. Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (11 %), der Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur für Elektroautos (10 %) bzw. der Ausbau und die Förderung der Solarenergie (9 %) werden von jeweils etwa einem Zehntel der Befragten als bereits getroffene Klimaschutzmaßnahmen in ihrer Stadt oder Gemeinde genannt.