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Freileitungsrückbau für mehr Vogelschutz an der Eider. TenneT und SH Netz verlegen neues Erdkabel

27.04.21

Einzigartig in Schleswig-Holstein: Umweltfreundliches Horizontalbohrspülverfahren unter der Eider auf einer Länge von 2000 Metern

In der Eiderniederung bei Tönning hat der Übertragungsnetzbetreiber TenneT im Auftrag von Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) mit den Arbeiten für ein neues 110.000-Volt-Erdkabel begonnen. Es wird die dortige Freileitung in einem Teilabschnitt ersetzen. Die Region ist ein Naturschutz- und Rückzugsgebiet für viele gefährdete Vogelarten. Das Projekt ermöglicht es, die Natur im Eidermündungsbereich in ihren ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen.

Um die mit der Maßnahme verbundenen Eingriffe so gering wie möglich zu halten, wird ein besonders umweltfreundliches Verfahren eingesetzt. So wird der Naturschutzstreifen samt Eider auf einer Länge von fast 2.000 Metern großflächig unterbohrt. Diese sogenannte Horizontalbohrspülung ist in dieser Größenordnung einzigartig in Schleswig-Holstein. Die Bohrarbeiten beginnen voraussichtlich in den Sommermonaten. Das Projekt soll im Sommer des kommenden Jahres abgeschlossen sein. 

Im Zuge der Arbeiten werden drei große Metallgittermaste abgebaut, die in unmittelbarer Nähe zur Eider das Naturschutzgebiet „Oldenburger Vorland" überspannen. Stattdessen führen künftig zwei 110-kV-Kabelsysteme den Strom unter der Eider hindurch. SH Netz ist Eigentümer der Leitung. Sie investiert 12 Millionen Euro in die Maßnahme.

Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hat das Projekt geplant und ist für den Bau verantwortlich. Die Teilerdverkabelung ist eine Ausgleichsmaßnahme für die 380/110-kV-Eiderquerung bei Friedrichstadt, die von TenneT im Rahmen des Baus der Westküstenleitung durchgeführt wird. Die Westküstenleitung wiederum ist eine der wichtigsten Baumaßnahmen der Energiewende, um den an der Schleswig-Holsteinischen Küste erzeugten Wind- und Solarstrom abtransportieren zu können.

Der Rückbau der Metallgittermaste erfolgt in einem bedeutsamen Gebiet für Rast- und Zugvögel und hat besondere artenschutzfachliche Positiveffekte. Er fördert den Erhaltungszustand der maßgeblichen Vogelarten innerhalb des europäischen Vogelschutzgebiets „Ramsargebiet Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und angrenzende Küstengebiete“. Außerdem unterstützt das Projekt die Wiederherstellung des unberührten Landschaftsraums in der Eiderniederung mit seiner herausragenden Vielfalt, Einzigartigkeit und Schönheit.