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Freddy Skyline

Anmeldepflicht PV-Kleinstanlage zur Eigenversorgung

Hallo zusammen,

da das Durchforsten Ihrer FAQ, als auch Ihrer Richtlinien zur Anmeldung von PV Anlagen meine Frage nicht beatnworten konnte, hoffe ich nun, dass man mir hier weiterhelfen kann.

Ich plane seit einiger Zeit die Errichtung einer Photovoltaik-Kleinstanlage (Leistung unter 1kWp). Diese soll vornehmlich die Grundlast abdecken. Betrieben werden soll die Anlage zwar Parallel zum öffentlichen Netz, jedoch ohne Leistung einzuspeisen. D.H. ohne EEG und ausschließlich zum Eigenverbrauch. Aufgrund der geringen Leistung der Anlage würde ein aufwendiges Anmelde- und Genehmigungsverfahren sowie die Kosten für Einbau- und/oder Miete eines neuen Stromzählers  die Anlage für lange Zeit unwirtschaftlich machen.

Um dies zu verhindern, möchte ich eine Steuerung installieren, die eine Einspeisung in das öffentliche Netz unterbindet. Erzeugte Leistung soll entweder durch die Grundlast abgedeckt,  durch variabel zuschaltbare Lasten begrenzt oder im Falle der Sättigung des Systems die Erzeugung durch die Photovoltaikanlage gänzlich abschalten.

Die Installation soll in Übereinstimmung mit den geltenden VDE Normen erfolgen. Eine Anmeldung beim MaStR wird ebefalls vorgenommen. Die offene Frage die bleibt, ist folgende:

Ihre Formulare zur Anmeldung sehen keine Eigenverbrauchslösungen vor, sondern gehen grundsätzlich von geplanter Einspeisung aus. Da diese nicht gewünscht ist und sogar unterbunden werden soll, bleibt die Frage, in wie weit dieses Vorhaben mit Ihnen als Netzbetreiber abgestimmt sein muss.

Wie sind die Anforderungen zur Inbetriebnahme solcher Kleinstanlagen von Ihrer Seite?
Ist eine derartige Steuerung überhaupt notwendig, wenn der Drehstromzähler saldiert und über eine Rücklaufsperre verfügt?

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass ich nicht mit den Kosten neuerer Zähler oder Zweirichtungszähler rechnen möchte, da keine EEG Vergütung geplant ist.

Ist die Anmeldung einer solchen Anlage bei Ihnen überhaupt notwendig?

Ich freue mich auf Ihre hilfreiche Antwort.

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3 Kommentare
2019-03-13T07:58:13Z
  • Mittwoch, 13.03.2019 um 08:58 Uhr
Guten Tag Herr Skyline,


vielen Dank für Ihre Anfrage in unserer Community.


Bei den Verteilnetzbetreibern häufen sich die Anfragen bzgl. der Anschlussbedingungen von so genannten Mikro-PV-Anlagen aufgrund der im Mai 2018 herausgegebenen Vornorm „DIN VDE V 0100-551-1". Diese Anlagen bestehen aus einem oder mehreren Solar-Modul(en) und einem Modulwechselrichter. Im Weiteren werden diese Mikro-PV-Anlagen auch als „plug and play“-Lösung für den Anschluss an einer Steckdose angeboten. 


Für alle Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz gilt die VDE-AR-N 4105 und damit das übliche Anmeldeverfahren beim jeweiligen Netzbetreiber, auch wenn es sich nur um ein einzelnes Modul handelt.


Ob eine EEG-Vergütung beansprucht wird oder nicht, hat keinen Einfluss auf die Anmeldepflicht der Stromerzeugungsanlage. Ein vereinfachtes Anmeldeverfahren ist nach dem Entwurf der VDE-AR-N 4105 für steckerfertige Erzeugungsanlagen, die an einer bereits vorhandenen speziellen Energiesteckdose angeschlossen werden, geplant. Dieses Verfahren ist nur bis zu einer Leistung von 600 Wp (genau SAmax ≤ 600 VA) möglich.


Der Anschluss einer solchen Anlage kann zur Fälschung technischer Aufzeichnungen (§ 268 Strafgesetzbuch) bei Rücklaufen des Stromzählers führen. Um das Rücklaufen des Stromzählers zu vermeiden, ist die Stromerzeugungsanlage beim Stromnetzbetreiber anzumelden. Der Stromnetzbetreiber prüft nach der Anmeldung, ob ein Zähleraustausch notwendig ist.


Weitere Meldepflichten ergeben sich aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bzw. der Marktstammdatenregisterverordnung (MaStRV). Informationen hierzu stellt die Bundesnetzagentur zur Verfügung.


Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen konnte. Anderenfalls können Sie sich auch gern an Ihr zuständiges technisches Netzcenter unter diesem Link wenden. Wir stehen Ihnen auch direkt gern unter diesen Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung.


Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.


Freundliche Grüße


Franka von SH-Netz

2019-03-13T10:52:49Z
  • Mittwoch, 13.03.2019 um 11:52 Uhr
Hallo Franka,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich bin mir sicher, dass diese Informationen auch anderen Leuten weiterhelfen, die auf diese Frage stoßen.

Es ist meine Absicht mit der Anlage unter den genannten 600Wp zu bleiben. Entsprechend gern würde ich von dieser vereinfachten Anmeldung gebrauch machen.Ein wenig irritiert mich jedoch die Angabe zur Scheinleistung von 600VA. Die meisten Inverter in dieser Größenordnung stellen ausschließlich Wirkleistung bereit. Eine Beschränkung der Anlagenleistung erscheint mir da nicht sinnvoll.
Falls doch: Welchen Verschiebungsfaktor (cos phi) schreiben Sie für den Betrieb solcher Kleinanlagen vor? Eine Angabe dazu wäre in Anbetracht der fehlenden Einstellmöglichkeiten des Leistungsfaktors essentiell für die Planung der Anlagengröße.

Habe ich das richtig verstanden: Es ist für die Anmeldepflicht unerheblich OB eingespeist wird, solange ein Netzanschluss erfolgt, selbst wenn die Einspeisung technisch unterbunden wird(Leistungsbegrenzung des Wechselrichters bzw. Überschussverwendung im Hausnetz)?

Wann wird das vereinfachte Anmeldeverfahren voraussichtlich bereitgestellt?

Können Sie mir stand heute bereits Eckdaten nennen, die für die Anmeldung nötig sind? Ein Vorabmuster eines solchen Formulares wäre noch hilfreicher.

Vielen Dank erneut und beste Grüße






2019-03-13T11:36:44Z
  • Mittwoch, 13.03.2019 um 12:36 Uhr
Hallo Herr Skyline,


fein, dass ich Ihnen schon mal ein wenig mit den Informationen weiterhelfen konnte. Für Ihre weiteren Fragen bitte ich Sie dann doch das für Sie zuständige technische Netzcenter zu kontaktieren. Bitte schauen Sie in meinen ersten Beitrag über den Link, welches Netzcenter für Sie zuständig ist. Die Mitarbeiter können Ihnen dort besser weiterhelfen. Vielen Dank.


Freundliche Grüße


Franka von SH-Netz

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